BABU
Rasse: Tornjak
Geboren: ca. 2010
Sitzt ein seit: April 2021
Vergehen: Deutschland 2025. Die Hundehaltung nimmt Überhand dicht gefolgt von Rücksichtslosem Verhalten und Wurstparade am Straßenrand. Mittendrin – Herdenschutzhunde.
Riesen. In Schneeweiss oder Blätterhaufen bunt. Streckenläufer, Aufseher, Security Dienst , das Fell ist regen- und schneefest. Der Kopf schwer genug, um Wölfen und Dieben die Knochen zu brechen. Sein Standort: deutsches Wohnzimmer. Sein Verbrechen: Frust. Was für ein Werdegang.
So auch bei unserem Babu
Tornjak. Vergehen: Familie und Jogger angegriffen. Babu gehört mit seinen nun 12 Jahren auch zum älteren Semester. Er ist ein Herdenschutzhund, welcher eigentlich in größeren Gebieten der Slowakei zum Herdenschutz eingesetzt wird. Er kann und konnte schon immer weit laufen, patroullieren. Typ, winterhart. Bei ihm fängt ab – 2 Grad der Sommer an. Und ab dem Phänotyp Steh Ohren und Rattengrauem Pelz sieht er rot. In Vorahnung auf Wolf oder Gefahr rückt der Fellpanzer furchtlos vor. Selbstständig und ungnädig wie ein Räumfahrzeug.
Er lebt hier in einer größeren Hundegruppe und schläft nachts mit im Haus wenn die Temperaturen so sind dass der Fellhelm sonst am Boden festfriert. Seit 6 Jahren ist er hier und war keinen einzigen Tag mehr bissig oder auffällig gegenüber Menschen oder Tieren. Auch nicht bei den nun mittlerweile notwendig gewordenen Tierarztbehandlungen, beim Fellbürsten oder am Futter. Artgerecht aufgehoben, soweit es eben geht, dann kann es auch funktionieren. Und dennoch schaffen sich Menschen Tiere an, denen sie nichts bieten können außer Liebe. Eine relativ einseitig gelebte Emotion- sollte diese doch auch nach den Bedürfnissen des Gegenübers fragen. Babu war nie ein Hund für die Familie und hat sich mit aller Gewalt dagegen gewehrt. Er kam regelrecht verstört zu uns, wich aus mit misstrauischem Blick und lebte lieber draußen in den Gehegen wo er die Zaungrenzen ablief um sich zu beruhigen.
Freiheit hat ihn zu uns zurück geholt. Aufgeschlagene Türen ohne Bedingungen ohne Erwartungen. Hund sollte er sein, seine Potentiale entfalten anstatt als bester Freund herzuhalten. Er ist unkastriert und mittlerweile in die Jahre gekommen , nicht gefährlich aber regelndes Element in den Hundegruppen. Der einzige Job den wir ihm bieten konnten – der Job den er über die Jahre perfektioniert hat. Krebs hat er nun. Hormonell bedingt. Ein Geschwür welches um After entsteht aber tatsächlich seit mehreren Jahren durch das Einsetzen und erneuern eines Kastrationschips im Griff gehalten wird und ihn kaum beeinträchtigt.
Babu wünscht sich kein Zuhause mehr. Er ist ein in die Jahre gekommener Krieger, sein Fokus liegt mittlerweile auf dem leiblichen Wohl und netten Schlafplätzen in der Küche . Er ist ein wunderschönes Tier mit intelligenten Augen und einem wahnsinnig großen Verständniss für soziale Strukturen und einem Auge auf jedem Individuum welches ihn umgibt. Wir freuen uns so sehr, dass er sich bei uns beruhigt hat und familiär fühlt. Auf die nächsten 100 Jahre..
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