SKIP

Rasse: Malinois Mischling
Geboren: 13.03.2022
Sitzt ein seit: Mai 2025
Vergehen: 
Was
kommt dabei raus, wenn man die Aussage: „Ich hatte schon immer Malis,
ich weiß, wie das geht“, mit einem Hund aus der Sportzucht kombiniert?
Richtig. Die Hellhounds bekommen einen Anruf, in dem es heißt: „Ich
hatte ja schon viele Hunde, aber der ist anders.“

Gut.
Charaktere sind verschieden und nur weil der Fellanzug so ähnlich
aussieht wie der vom Vorgänger, heißt das ja nicht, dass man jetzt auch
wieder denselben Hund bekommt. Genetik ist halt immer noch was, was
nicht komplett entschlüsselt und demnach schwer zu lenken ist, auch wenn
die Zucht was anderes behauptet.

Was dann aber kommt, sind Probleme. Ein Hund, der mit dem Energielevel auf
10.000 Volt ist, der blitzschnell Reize einzieht und verarbeitet. Der im schlimmsten Fall noch sozial hochintelligent ist und dann schon bald
seinen Haltern übern Kopf wächst … oder in die Fresse rein.

Weil eben nix hilft, was in den Hundebüchern steht.Weil eben auch der dritte Hundetrainer nicht mehr weiter weiß und am Ende auch die eigene Energie versagt.Hilflos, verärgert und nach dem ersten Biss in Halters Richtung dann der Tipp vom Hundeplatz:„Mach doch ma n Tacker drauf.“

Denn jahahahaha Deutschland und seine Gesetze. Ein sogenanntes Teletakt (Stromimpulsgerät in Halsbandform) darf man in Deutschland besitzen. Man darf es nur nicht verwenden.Merkste selber, ne?Denn es wird natürlich verwendet, im geschützten Rahmen von absoluten Laien. Er wird missbraucht, gefoltert und misshandelt. Und warum geht das? Weil die wenigsten Behörden Kapazität haben, sowas bei Anzeige zu verfolgen und weil es einen direkten Beweis geben muss, damit es als strafbar geltend gemacht werden kann. Es ist Unsinn in einer unsinnigen Idee, dass Menschen sich Teletakt-Geräte zu Dekorationszwecken in die Wohnung hängen.„Sehen Sie hier, meine Wand mit Stromhalsbändern. Sehr dekorativ, sehr wertvoll.“

Was bekamen wir also?Wir mussten ausrücken, um einen Hund zu sichern, der beim Gassi ausgerastet war und sein Herrchen gebissen hatte.Herrchen lag im Krankenhaus und Skip versetzte zu Hause Mutter und Söhne in Angst und Schrecken.

Wir nahmen ihn auf. Kümmerten uns. Recht schnell wurde klar, alles an
störendem und übersteigertem Verhalten war gelernt. Unter dieser Kruste
eines harten und konstant unter Strom stehenden Hundes saß ein junger
Mali, dem es sowohl an Lebenserfahrung als auch an gesunder
Kommunikation mangelte. Der unsicher und frustriert war und auf dessen
provokantes Testverhalten seinem Halter gegenüber Stromschläge und
körperliche Strafe die Antwort waren (davon wussten wir aber erstmal
nix).

Nach 2 Monaten im stetigen Kontakt zum Halter entschied dieser sich, mit
Skip arbeiten zu wollen und kam zu uns, um zu lernen, wie man Skip ohne
den wahnsinnigen Druck, den er beim Hund erzeugte, zu führen.

Das Ganze ging gut, sah gut aus und Skip ging zurück nach Hause. Doch dann brachen erneut Probleme aus. Der Halter wollte zu schnell zu viel und Skip geriet in Überforderung und griff erneut an.Das Letzte, was wir hörten, war, dass man Skip an den Hundehändler in Polen gegeben hatte.Dieser würde mit ihm arbeiten und ihn weiterverkaufen in die USA oder wo immer man einen Schutzhund haben wollte.Und so setzten wir uns hier zusammen und sprachen dann mit dem Halter. Wir wiesen ihn darauf hin, dass er den Händler doch mal fragen solle, wie gearbeitet wird und ob er Videos vom Training gäbe. Es gab natürlich nichts. Also setzte sich der Halter in Bewegung, fuhr nach Polen und holte Skip dort wieder ab und brachte ihn zu uns.

Eine komplett abgemagerte Version des Skips, den wir mal kannten, die nun noch nervöser und unverhältnismäßiger war als davor.Überschreiben wollte man uns den Hund damals aber immer noch nicht. Es stand immer ein Fuß in der Tür und es wurde unsere Zeit und ständige Verfügbarkeit verlangt.Und auch hier wurde dann mit stolzer Geste verkündet, man beabsichtige Skip wieder zu sich zu holen, wenn wir ihn wieder aufgebaut haben.Und das, Leute, ist was, was ich am Tierschutz hasse. Er ist so voll von toxischen Leuten, die Macht und Selbstdarstellung ausleben auf dem Rücken der Tiere, bis man das kalte Kotzen bekommt.Wir gaben Skip zurück. Schweren Herzens, aber mit der Ansage, dass, wenn er nun wieder durchdreht und hergebracht wird, er hier bleibt. Siegessicher wurde dies bejaht ….Was soll ich sagen….

Skip ist der Kalenderhund im August 2026 und ihr könnt euch denken, was passiert ist.Es ist ein Irrglaube, dass die Foundation solche Hunde aufnimmt, umprogrammiert und dann heile zurückgibt oder in ein neues Zuhause vermittelt.Das haben wir hier nie gemacht. Vielmehr nehmen wir die Hunde so an, wie sie sind, schauen drauf, was los ist und gehen dann hin und dröseln auf, was Charakter, was gelerntes Verhalten oder sogar Trauma und was Genetik ist. Und genau eine Sache können wir verändern. Mit schlechten Lernerfahrungen umgehen und Alternativverhalten aufzeigen. Indem in schlechten Situationen eben nicht mehr erwartungsgemäß aus Sicht des Hundes mit Strafe oder inadäquaten Belohnungen oder übergriffig nettem/bedrohlichem Verhalten gearbeitet wird.Die Hunde hier bekommen Zeit. Es werden keine störenden Symptome behandelt, sondern der gesamte Hund in seinem Verhalten und so fängt z. B. die Arbeit mit einem sozialmotivierten Leinenpöbler schon viel früher als der Gassigang an.

Skip kam zurück, nachdem er über Stunden bei zu hoher Temperatur in einer Autobox gesessen hatte. Weil Herrchen einen Arzttermin hatte und Frauchen sich außerstande sah, ihn zu bringen.Er war zugeschmiert mit Durchfall und völlig fertig vom Kampf gegen Hitze und die Box.Und ja, an dem Tag war ich nicht mehr freundlich. In Fakt hatte ich gar keine mentale Kapazität mehr für die Menschen, die dort vorm Tor von mir zurückgelassen wurden, als ich Skip aus seinem Scheißkerker im Auto geholt hatte. Für die Menschen, die drei Mal zu stolz waren, ihr Unvermögen und ihr Scheitern zuzugeben und anzuerkennen und die ihn letztlich im Jähzorn fast umgebracht haben.Seither wohnt Skip hier. Er jagt keine Autos mehr, er beißt nicht mehr, er lässt sich seinen Maulkorb wieder gerne aufziehen und liebt ausgedehnte Gassigänge. Die anderen Hellhounds haben ihn wieder zurückgeholt und ihn zu uns gebracht. Er ist heute ein ruhiger, netter und gut gebauter, hochsozialer Rüde. Hat viele Fans und auch einen konkreten Interessenten.

ICH INTERESSIERE MICH FÜR SKIP: