RÜDIGER

Rasse: Mischling
Geboren: 20.09.2017
Sitzt ein seit: April 2023
Vergehen: 
Rüdiger ist ein stattlicher kastrierter Rüde, welcher 2017 geboren ist.
Er wurde ursprünglich im Alter von 3 Jahren von seiner damaligen Pflegestelle direkt aus
einem Publikshelter aus Rumänien nach Deutschland importiert.
Bereits beim Verladen vom Transporter in einen Außenzwinger zeigte sich, dass Rüdiger
keine einfache Nummer wird. Er lief panisch, schreiend die Wände hoch und schien nicht
gerade glücklich über seine vermeintliche „Rettung“ zu sein.
Und an der Stelle fängt das Problem an. Der Hund wurde weder vom Shelter noch von der
importierenden Person eingeschätzt, um abschätzen zu können, ob Rüdiger ein Hund ist,
der in der deutschen Gesellschaft gut zurecht kommen kann und lediglich etwas
Unterstützung benötigt, oder ob das ein ganz anderer Weg mit ihm wird.
Leider war bei Rüdiger offensichtlich letzteres der Fall, und Rüdiger hatte absolute Panik
nach seiner Reise nach Deutschland und wollte nur noch weg.
Trotz Erfahrung mit ängstlichen Hunden, beschrieb die Pflegestelle ihn als ganz andere
Hausnummer, da er wortwörtlich aus Panik die Wände hoch ging und sich auch durch ein
in den Weg stellen eines Menschen nicht davon abbringen ließ, sondern dann nach
selbigem schnappte.
Nach einiger Zeit durfte er zumindest frei im Garten in der Hundegruppe mitlaufen in der
er sich gut integrierte und es genoss wild durch den Garten zu tigern.
Die Hundegruppe half ihm letztlich auch näher an den Menschen heran zu kommen. Dies
jedoch nur zu seinen Bedingungen. Hektische Bewegungen, besonders von oben oder die
Idee, irgendwas mit Zwang durchsetzen zu wollen, wehrte er massivst ab. Er befand sich
über zwei Jahre in der Pflegestelle, ließ sich zum Ende auch anleinen und mal begrenzen,
jedoch verfiel er sofort in Abwehrverhalten, wenn Mensch die Richtung bestimmen wollte,
an Gassi gehen oder eine Mitfahrt im Auto war nach wie vor nicht zu denken. Auch Allein
bleiben war nicht möglich, da er sofort versuchte auszubrechen. Und auch mit den Hunden
gab es Probleme, da er diese abschirmte, alles regeln wollte und gleichzeitig überfordert
war. So bedrohte er andere Hunde massivst, wenn diese sich aus seiner Ansicht nicht
angemessen verhielten.
Nun gab es jedoch Probleme auf seiner Pflegestelle die dazu führten, dass die Hunde diese
verlassen mussten und somit die große Sorge seiner Pflegestelle, was mit Rüdiger
passieren sollte, da weder Privatpersonen noch Tierheime ihn aufnehmen konnten/wollten
und er sich nicht einmal hätte transportieren lassen.
Und hier kommen wir zu einem Schicksal, was leider viel zu viele Auslandshunde betrifft.
Guten Willens einen Hund aus einem Shelter ins schöne Deutschland holen zu wollen,
steht da nun ein Hund der mit der deutschen Gesellschaft maßlos überfordert ist und ganz
weit entfernt von der häufig gewünschten „Dankbarkeit“ über seine „Rettung“ ist.
Und ein Hund der nun in dieser Gesellschaft in der Luft hängt, auf seiner Stelle nicht
bleiben kann und absolut keine Perspektive mehr hat... Gekommen, um dann hier zu
sterben?!

Glücklicherweise hatten wir durch einige Vermittlungen in der Hellhound Foundation
einen Platz frei, sodass wir hier ausnahmsweise helfen konnten. (leider ergeht es
unzähligen Fällen anders, in denen es eben keine Lösung mehr gibt).
Da ein Transport und auch eine Sicherung des Hundes durch die Pflegestelle nicht möglich
war, fuhr Nessy los, den Goldjungen aus seinem goldenen Käfig abzuholen.
Gegenüber stand ihr dann ein wahrer Goldklumpen, Figurtyp: Bierfass, in einem Geschirr,
welches Dank dieser Figur bewirkte, dass beim Zug an der Leine zum Auto die Bohne aus
seinem Speckmantel schoss und sich erstmal aus dem Staub machte.
Zum Glück ließ er sich dann doch noch verladen und fuhr auf direktem Weg vom
Goldkäfig in die Station für den Abfall der Gesellschaft.. die Hellhound Foundation.
Auf dem Weg geriet er erneut in Panik und versuchte das Auto auseinander zu nehmen,
sodass er Kurzerhand einen Maulkorb verpasst bekommen musste, damit man ihm
gefahrlos aus der Panik raus helfen konnte, um auch das Auto zu retten.
In der Foundation angekommen, durfte er sich in eine unserer stabilen Hundegruppen
integrieren, da diese ihm bestmöglich Sicherheit vermitteln konnte. Dennoch versuchte er
sich auch hier anfangs aus dem Gruppenschlafraum herauszufressen, sodass wir seinen
Bereich zunächst verkleinerten. Dies gelang gut und er begann sich den beiden ehemaligen
Straßenhunden Casper und Zeus anzuschließen worüber er sich dann auch dem Menschen
annähern konnte.
Wäre es nach ihm gegangen hätte er vermutlich einfach den Rest seines Lebens als fetter
Pommespanzer gemeinsam mit seinen zwei neuen Kumpels wild gelebt und auf die
Menschheit geschimpft.
Da das jedoch eine Vermittlung beinahe unmöglich macht und ein Rowdyleben auf der
Straße in Deutschland keinen Raum hat, hieß es für Rüdiger ab ins Praktikum im
deutschen Leben.
So zog Rüdiger in eine Pflegestelle einer Mitarbeiterin und ihren Hunden, die er bereits
aus der Hundegruppe tagsüber kannte um, sodass er zum Teil sein geliebtes wildes Leben
auf der Anlage führen konnte, jedoch nach und nach auch in ein „normales“ deutsches
Hundeleben integriert werden kann, denn ein Hund wie Rüdiger wird seine Freiheit nie
freiwillig aufgeben und sich seiner Angst vor dem Menschen stellen, sondern er braucht
einen Integrationshelfer, der weiß was er tut und wo der Weg hingehen soll, damit der
Pommespanzer sich anschließen kann.
In dieser Pflegestelle befindet sich Rüdiger nun seit etwa einem Jahr.
Mittlerweile lässt er sich von seinem Pflegefrauchen problemlos anfassen und liebt
Kuscheleinheiten und hat sich tatsächlich ihr gegenüber zu einem unheimlich
verschmusten Begleiter entwickelt. Fremde Personen haben es bei ihm nach wie vor zu
Beginn schwer und müssen sich diesen Standpunkt erarbeiten.
Rüdiger geht mittlerweile gerne Gassi und macht vor jedem Gassigang Luftsprünge, was
nun mit seiner wieder sportlichen Figur auch viel besser klappt :D
Sogar am Fahrrad läuft er gerne mit und begleitet auch gerne in den örtlichen
Tierbedarfsladen, den Baumarkt, auf Seminare oder in die Eisdiele, um sich ein Eis
einzuverleiben, denn Essen, das ist trotz seiner nun sportlichen Figur, absolut eine seiner
Leidenschaften.

Er hat mittlerweile alle möglichen Gegenstände und Situationen des Alltags kennengelernt
und schafft es dank dem Bezug zu seinem Pflegefrauchens, nun auch in ihm gruseligen
Situationen Hilfe anzunehmen, statt kopflos in Panik zu verfallen. Dennoch wird es
sicherlich immer mal solche Situationen geben, da ihn neue Dinge durchaus auch mal
gruseln, er ist jedoch ansprechbar und lässt sich sowohl dran vorbei als auch hin führen,
um festzustellen, dass alles gar nicht so dramatisch ist wie er denkt.
Trotz allem neigt er draußen dazu viel im Außen zu sein und benötigt hin und wieder
Ansprachen, dass er hier nicht alleine unterwegs ist.
Er ist jagdlich sehr interessiert, schafft es jedoch auch da immer häufiger sich zurück zum
Halter zu orientieren und ist sehr gut an der Schleppleine führbar. Zum Ableinen ist es
jedoch noch ein Weg. In einem eingezäunten Bereich mit seiner Bezugsperson ist dies kein
Problem mehr. Verlässt diese den Bereich jedoch ist vorsicht geboten, denn Pommespanzer
Rüdiger schafft es, auch wenn man es ihm nicht ansieht, ziemlich problemlos auch über
höhere Zäune.
Rüdiger kann mittlerweile wunderbar alleine bleiben, am besten gelingt ihm das in einem
kleinen, abgegrenzten Bereich oder mit seinen Hundekumpels.
Im Haus benimmt er sich mittlerweile vorbildlich und kann selbstständig zur Ruhe
kommen.
Katzen gehören jedoch nicht zu seinen Freunden und man merkt beim Anblick selbiger,
dass er in ihnen eher einen flauschigen, spontanen Snack sieht als alles andere :D
An der Leine würde er besonders in Begleitung seiner Hundekumpel auch gern mal
pöbeln, da braucht er dementsprechend eine klare Ansage. Ebenso, wenn er auf einem
Grundstück frei läuft, da er dann beginnt dieses zu verteidigen und Fremde zu verbellen.
Rüdiger ist grundsätzlich sehr verträglich mit Hunden, jedoch neigt er dazu besonders im
engeren Zusammenleben und bei zunehmenden Privilegien die er hat, Hunde regeln zu
wollen und permanent seinen Status klar zu machen. Dies tut er in dem er selbige in ihrer
Bewegung, Dynamik, Liegeplätzen, Nähe zur Bezugsperson usw. begrenzt. Ihm
sympathische Hündinnen genießen jedoch in der Regel Narrenfreiheit.
Generell weiß er im Bezug auf Hunde ganz genau wo er hin möchte und wie er da hin
kommt.
Rüdiger kann mittlerweile sehr viel Manipulationen an seinem Körper gut aushalten, wie
zb. Maulkorb anziehen, abtrocknen, bürsten usw.
Zwang und Fixierungssituationen benötigen jedoch ein gutes Feingefühl, da er dazu neigt
etwas einerseits nicht zu wollen, sich aber ab einem gewissen Punkt auch in seine Panik
rein zu steigern. So muss einem der Balanceakt zwischen einem ganz klaren „das machen
wir aber jetzt“ und dem was kann er grade wie lange aushalten, gelingen, sodass er merken
kann, dass es kein Drama ist, er da aber trotzdem durch muss, dass aber gemeinsam mit
seinem Menschen auch kann. Und man merkt ihm an wie stolz er ist, wenn ihm das
gelungen ist und man sich mit ihm freut.
Generell ist er sehr empfänglich für soziales Lob seines Menschen. Leckerlies findet er
aber auch nett, die er jedoch nicht in jeder Situation annehmen kann.

Bei Besuchen bei ihm fremden Menschen ist er bei souveräner Führung in der Lage sich
vorbildlich zu benehmen und kann auch mit diesen Menschen zb. Gemeinsam auf der
Couch liegen und nimmt auch ne Pommes vom Tisch gern entgegen. Wenn diese jedoch
etwas von ihm wollen, ist er da prinzipiell erstmal dagegen und schnappt bei
Kontaktaufnahme verhältnismäßig ab. Von sich aus hat er hier jedoch nie einen Angriff
gestartet, sondern lediglich bei Kontakaufnahme Abwehrverhalten gezeigt. Nimmt sein
gegenüber diese Grenze an ist für Rüdiger auch alles in Ordnung. Hektische, schnelle,
unerwartete Bewegungen in seine Richtung erschrecken ihn durchaus auch mal und er
macht den Satz nach vorne.
Entspannt man die Situation dann wieder und vermittelt ihm das alles cool ist, nimmt er
das gerne an und ist dann ebenfalls wieder cool.
Für unseren goldenen Pommespanzer suchen wir Menschen, die Bock haben einem Hund
die Welt weiter zu erklären und selbst in der Lage sind souverän durchs Leben zu gehen,
sodass er sich anschließen und orientieren kann.
Die Körpersprache eines Hundes sollte seinen neuen Haltern im Optimalfall bereits
bekannt sein und ebenso die Tatsache, dass Hunde konfliktbereite Lebewesen sind und
man dementsprechend selbst auch bereit sein sollte Konflikte angemessen zu führen. Auch
Erfahrungen mit Auslandshunden sind sicherlich ein Vorteil, jedoch sind wir auch sehr
gern bereit engagierte Leute mit Rüdiger anzuleiten und sind wie bei allen unseren
Schützlingen jederzeit ansprechbar, auch nach einer Vermittlung.
Kinder sollten nicht im Haushalt sein oder bereits im Teenageralter, sodass sie den
Umgang mit Rüdiger verstehen können.
Rüdiger trägt seinen Maulkorb wie selbstverständlich und zieht ihn gerne an. Dieser wird
vermutlich auch lebenslang situativ sinnvoll sein und einen besonders in der Anfangszeit
begleiten, um mit ihm gefahrlos eine gute Basis herstellen zu können und einander kennen
und einschätzen zu lernen.
Rüdiger würde am liebsten zu einer vorhandenen Hündin in ähnlicher Größe dazu ziehen,
die weiß was sie möchte, denn da ist er Charmeur durch und durch.
Bei vorhandenen Rüden ist seitens der neuen Halter aufjedenfall mehr Management
erforderlich, um das Zusammenleben für alle Parteien entspannt zu gestalten. Aber auch
das ist durchaus möglich. In solchen Situationen sollte man seine soziale Motivation im
Hinterkopf haben, da er unter Umständen zB. Ein maßregeln eines anderen Hundes durch
seinen Menschen dahingehend nochmal unterstreichen möchte.
Dies tut er auch gegenüber fremden Menschen, die zb. Etwas in der Hundegruppe regeln
wollen, welche er jedoch nicht im Recht sieht dies tun zu dürfen. Auch in Konflikten mit
anderen Hunden neigt er dazu seinen Halter dann abzuschirmen und den Konflikt zu
übernehmen und zu regeln. Hier sollte man für sich wissen, wo der Zuständigkeitsbereich
des Hundes liegt und in der Lage sein ihm dies zu vermitteln.
Hat man die anfänglichen Schwierigkeiten mit ihm überstanden hat man einen
verschmusten und durchaus auch anhänglichen, verspielten und lustigen Begleiter, der
Bock hat gemeinsam was zu erleben und durchaus auch gefallen möchte, ohne jedoch
dabei seine selbstständige Art zu verlieren.

Er liebt Wasser und macht gerne Ausflüge an den See und liebt Spaziergänge, hat jedoch
auch absolut kein Problem mal einen Tag einfach nur zuhause rum zu gammeln und nichts
zu tun, sondern genießt auch diese Momente mittlerweile gern.
Wer möchte Rüdiger kennenlernen und sein weiterer Integrationshelfer in die für ihn oft
eher seltsame deutsche Gesellschaft werden?

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