NARNIA

Rasse: Mischling
Geboren: 31.01.2020
Sitzt ein seit: Februar 2023
Vergehen: 
Hey na na na, Hey Narnia

Narnia identifiziert sich als Beagle. Sie bellt gerne, hat überall ihre Nase drin und ist auch sonst eher mit dem Lebensmotto „Nach mir die Sintflut“ beseelt. Da sieht man mal, was frühkindliche Prägung aus Hunden macht, denn auch von ihrem ehemaligen Profi-Tierschutzverein wurden sie und ihre Geschwister als Beagle-Mischlinge aus dem Ostblock von der Stange weg verkauft.

Narnia landete irgendwo bei Köln in einer Reihenhaussiedlung und wäre dort mit fast zwei Jahren dann auch gestorben.

Sie hatte ein Besucherkind geschnappt. Der Verein hat die Rücknahme verweigert und der Ärztehaushalt wollte nicht, dass sie zum Wanderpokal wird, denn schließlich habe man ja das volle Hundeprogramm gemacht, was man dann eben so macht. Hundetrainer, Hundepsychologen und auch ein Check beim Tierarzt – es muss also eine massive Störung beim Hund vorliegen.

Ich kann da wohl anderes berichten.
Denn um Narnia die Euthanasie zu ersparen und den dort im Haushalt lebenden Kindern ein Trauma, musste ich nach Köln reisen, um sie kennenzulernen. Nicht mitnehmen. Nur kennenlernen. Katzensprung, wenn man so fährt wie ich, aber eben teuer im Sprit und durch den Gewinn von Strafzetteln auf Hin- und Rückreise.

Ob das bezahlt wurde?
Ja, von mir. Die Strafzettel als auch die Reisekosten. Denn was viele Menschen nicht wissen, bis sie selber in eine Krise geraten, ist, wie hysterisch und stoisch Menschen werden können, wenn sie Probleme haben und sich nicht verstanden fühlen.
Und genau das ist den Leuten passiert. Es wurde unter ihrer Obhut und Fürsorge ein fremdes Kind verletzt und all jene, die Narnia kannten, stellten sich plötzlich tot, beschimpften und beleidigten und schoben sich gegenseitig die Schuld zu.

Da heißt es dann, den Eisbrecher tanken, die eigene Würde mit schwarzem Kaffee runterspülen und mit „Ja und Amen“ losbrettern. Anderer Leute Konditionen erfüllen, damit man ein Leben erhalten kann, was nie danach gefragt hat, hier zu sein.

Und genau diese Arbeit läuft im Verborgenen und ist auch längst kein Einzelfall mehr. Weil Deutschlands Tierschutz mit dem Arsch an der Wand steht und keiner mehr weiß, wie Hunde unterzubringen sind, wenn sie ihre Menschen nicht mehr ertragen – während illegale Auslandsimporte und Welpenhandel jedes Jahr ein paar Milliarden Euro am Finanzamt vorbeitragen. Geld, was der Tierschutz niemals sehen wird, und das so lange, bis die letzte nach dem Krieg erbaute Tierheimwand den Geist aufgibt und die Zwingergitter vom Rost zerfressen sind.

Und genau auf dieser Grundlage werde ich irgendwann ein Magengeschwür entwickeln, was es mir erlaubt, Menschen mit Attest vor die Füße zu kotzen.
Menschen, die dann, nachdem ich vor Ort war und die Konditionen, ein echter Tierschützer zu sein und gerade gut genug für einen zur Tötung vorgesehenen Hund zu sein, zu uns hochgefahren kommen und ihren Hund vor dem Urlaub für immer bei uns abgeben.

Und genau deshalb bekam das kleine Störgeräusch auch ihren Namen, denn dieser ganze Umstand ihrer Abgabe glich einem Traum, den man vor allem dann hat, wenn man versucht, durch ein großes, altes Kleiderschrankportal zu springen, ehe man die Türen öffnet.

Narnia ist hier super sozial mit Artgenossen und eher untergeordnet und angepasst. Ihr Naturell ist eher scheu bis zurückhaltend und schnappig eben erst dann, wenn man ihr einen Sonderstatus einräumt und die Scheu mit einer Angst verwechselt und Narnia, vom eigenen Mitleid zerfressen, in den Mittelpunkt zieht. Denn eine natürliche Scheu vorm Menschen ist den Straßenhunden nun mal gegeben. Diese sichert draußen ihr Überleben. Führt aber in der Regel zu gesunden Überlebensinstinkten und verliert sich in gewohnter und sicherer Umgebung binnen weniger Tage. Dies ist bei einer Angststörung nicht der Fall.

Von Angst sieht man hier aber bei Narnia eben gar nichts mehr, wenn sie von einem unserer Nachbarn aus dem Dorf mit dessen Hunden zum Gassi abgeholt wird und stundenlang durch die Lüneburger Heide stromert. Hier würde sie vor lauter Euphorie noch eher an der Leine pöbeln und rumspringen.

Narnia ist einfach ein stinknormaler Hund aus schlechten Tierschutzverhältnissen. Falsch eingeschätzt, schlecht erzogen und bei Menschen, die selber nicht wissen, was sie wollen, auch nicht bereit, eine Beziehung einzugehen.

Was gesund klingt, wäre hier eben in der Kühltruhe geendet, wie Chatverläufe und E-Mails erklären.

Und was suchen wir jetzt?

Wir suchen Menschen, welche ggf. etwas freigeistiger unterwegs sind und den armen sozialen Ex-Straßenhund nicht in die Einzelhaltung stecken wollen. Gut denkbar wäre ein Haushalt mit ein oder zwei Hunden, bei denen sie sich zugehörig fühlen kann. Wo man Begriffe wie Gruppendynamik in Bezug auf Verbellen fremder Menschen und zusammen ohne Leine laufen einordnen und erziehen kann und wo ein Straßenhund in seinen ganzen Fähigkeiten und Kompetenzen gesehen wird und nicht als Schäferhund, den man mit viel Zeit und Liebe zu einem echten Kommissar Rex macht.

Das kleine Wunderwesen ist Maulkorb, Autofahren, allerhand Artgenossen und Menschen gewohnt. Katzen und Kleintiere sind, sofern man sie von Narnia trennen kann, auch okay, aber kein Must-have.

Bei Fragen einfach mitnehmen den Hund


ICH INTERESSIERE MICH FÜR NARNIA: