BÖREK

Rasse: Französische Bulldogge
Geboren: 29.01.2022
Sitzt ein seit: September 2025
Vergehen: 
Börek ist wieder ein sehr gutes Beispiel dafür, wie dramatisch sich eine Situation zuspitzen kann, wenn
sich ein Hund in eine Richtung entwickelt und seine Menschen massiv überfordert.
Bei Börek (den Namen hat er hier bekommen) spitzte sich die Lage bereits so sehr zu, das die Polizei
mehrfach involviert war, da die Halter nicht mehr ins Haus gelassen wurden und immer mehr
verzweifelten. An einen Spaziergang war schon lange nicht mehr zu denken, anleinen keine Chance,
Maulkorb aufsetzen nicht machbar und somit auch der Besuch eine Hundeschule unmöglich für die
Halter. Gleichzeitig steht auf der anderen Seite ein Hund der sich eine riesige Schreckensherrschaft
aufgebaut hat und phasenweise ein ganzes Haus einfach in Beschlag genommen hatte. Auf den ersten
Blick ein König in seinem Königreich.
Den zweiten Blick bekam man jedoch als Börek erneut das Haus in Beschlag genommen hatte und von
allen Seiten der Ratschlag kam den Hund zu euthanasieren oder aufgrund fehlender Möglichkeiten eines
Tierarztbesuchs schießen zu lassen.
Wie so häufig wurde dann nochmal rum telefoniert, ob es keine Chance mehr für den jungen und soweit
gesunden (wenn man es bei einer französischen Bulldogge denn so nennen mag) Hund mehr gibt außer
den Tod.
So wurden auch wir kontaktiert und um Hilfe gebeten. Aufgrund der wirklich dramatischen Lage boten
wir an den Hund zu sichern, mit Maulkorb zu versehen und für eine Pause für die Halter und eine
Einschätzung des Hunde ein paar Wochen mit zu nehmen, sodass dann ein neuer Start gewagt werden
kann.
Und so kamen wir nun am „Tatort“ an. Alle Bewohner außerhalb des Hauses. Und der Hund innerhalb
hinter einem nichtmal hüfthohen Kindergitter.
Wir machten uns einen kurzen Überblick und besprachen kurz mit den Haltern das weitere Vorgehen und
einigten uns darauf, dass die Halter vorm Haus bleiben. Diese befanden sich in einem emotionalen
Ausnahmezustand wie es in solchen Situationen häufig ist, sodass es für alle Beteiligten ruhiger von
statten gehen konnte indem wir die Sicherung übernommen haben.
Und nun bot sich uns ein Bild von einem Hund der auf den ersten Blick sein Königreich verteidigte. Auf
den Zweiten Blick und beim hingreifen an das kleine Kindergitter merkte man jedoch sehr schnell, dass
der kleine Herrscher eigentlich gar kein Herrscher sein kann und maßlos überfordert war.
Er verflüchtigte sich sofort vom Tor und rannte panisch und aufgeregt durch das Wohnzimmer und von
dem Hund der uns vermutlich direkt angreifen würde war nichts mehr zu sehen.
Innerhalb weniger Sekunden wurde aus einem vermeintlich, krassen starken Hund der das Haus übernahm
ein kleines nervliches Wrack was sich alleine durch das herein treten von Menschen vor Anspannung
komplett entleerte und nur noch flüchtend und verteidigend unterwegs war.
Dennoch war die Situation nicht zu unterschätzen, denn ob der Hund aus Wut oder aus Panik beißt ist
relativ egal denn eine Verletzung hilft beiden Seiten nicht weiter.
Viele sprechen in solchen Situationen immer davon den Hund doch lieber zu narkotisieren, um
vermeintlich Stress zu vermeiden.
Jedoch lässt man damit außer Acht, dass wir hier vor einer Qualzucht stehen die die letzten Jahre keinen
Tierarzt gesehen hatte, welche sich in einem absoluten Ausnahmezustand befindet und dementsprechend
eine hohe Narkosedosis nötig wäre die der Hund im Zweifel nicht weg steckt.
Auch gibt eine Sicherung eines Hundes uns zudem die Möglichkeit eines ersten Kennenlernens des
Hundes. Was ist ihm in dieser Ausnahmesitutation möglich abzurufen, kann und will er kooperieren, wie
ernst wird er, bleibt er defensiv usw.
Genauso gibt es aber dem Hund die Möglichkeit eine erste andere Lernerfahrung zu sammeln. Menschen
die erstmal nicht eingeschüchtert sind von seiner Fassande und bei ihrem Ziel ( Maulkorb an) bleiben.
Aber auch Menschen die verlässlich in dem sind was sie zeigen, die mit ihm kommunizieren und ihm
neben Grenzen auch Halt geben gemeinsam durch dies für alle beschissene Situation durch zu kommen
und lernen zu können, dass er es schafft und nicht alleine ist aber auch das Kooperation doch gar nicht so

schlimm ist auch wenn dies bei so einer Notfallsicherung natürlich kein wunderschönes Unterfangen ist.
Also ging es nun darum den Hund mit einer Retrieverleine erst einmal unbeschadet anzuleinen, um dann
einen Maulkorb aufziehen zu können.
Auch da war statt einem wütenden kleinen Bulldoggen Rüden eine kleine verzweifelte, aufgeschmissene
Wurst zu sehen der komplett unverstanden einfach nur versuchte alles abzuwehren, da er so massiv
überfordert war und Befürchtungen hatte, da sein System zusammen gebrochen ist als die Menschen nicht
wie gewohnt ängstlich reagierten sondern bestimmt in „seinen“ Bereich kamen und dann auch noch etwas
von ihm wollten was er seit langem konsequent und erfolgreich ablehnte (Leine anlegen).
Bei der gesamten Sicherung verhielt er sich ab dem Punkt nur noch defensiv, was natürlich nicht weniger
gefährlich werden kann aber die herangehensweise natürlich beeinflusst, denn es geht für den Hund aus
seiner Sicht um Selbstschutz den er natürlich mit allen Mitteln aufrecht erhalten möchte.
Ebenso muss gerade in so einem Fall Rücksicht auf Rassetypische Probleme Rücksicht genommen
werden, um ihn nicht zu sehr zu belasten, sodass Pausen selbstverständlich sein sollte und es nicht
permanent nur um den Maulkorb geht der drauf muss sondern um einen Hund der grad Hilfe braucht die
er gleichzeitg nicht annehmen kann und dem man dann den Raum geben muss runter zu fahren und
denken zu können.
Dadurch war es dann nach einiger Zeit der Diskussion so, dass Börek verstehen konnte das alles gar nicht
so dramatisch ist und immer mehr begann Berührungen zuzulassen und zu merken, dass gar nichts
schlimmes passiert und man sich so langsam an das anlegen des Maulkorbs heran arbeiten konnte (was
bei einem Frenchie auch nicht so einfach ist etwas passendes zu finden ohne viel anprobieren zu können).
So gelang es dann ein halbwegs passendes und sicher haltendes Modell auf den kleinen Frenchie gebastelt
bekommen zu haben.
Dann geht so ein Hund jedoch bei uns nicht einfach alleine in den Kofferaum oder eine Box und fertig,
sondern bekommt einen Mitarbeiter der ihm halt gibt nach dieser stressigen Situation sich zu sammeln
und runterfahren zu können.
Währenddessen besprachen wir uns kurz mit den Haltern über den weiteren Verlauf und machten uns auf
die Rückreise auf der er sichtlich entspannte und die Nähe zum Menschen gerne annahm.
Auch über Nacht durfte Börek bei einer Mitarbeiterin schlafen und sich erstmal erholen.
Und dann geht es rein ins Leben. Er darf ganz normal mit am Leben teilnehmen, mit Hunden und
Menschen kommunizieren und neu lernen mit selbigen umzugehen.
Nun sind ein paar Monate vergangen und Börek lässt nach und nach die Dinge durchblicken die in seinem
Zuhause zum Problem wurden.
Börek ist sobald er das Geländer verlässt angespannt. Leinenführigkeit und Orientierung sind für ihn eine
große Herausforderung, da er mit allen Reizen erstmal überfordert ist.
Alles was er nicht einschätzen kann quittiert er mit der Idee es einfach anzugreifen Hund, Mensch,
Traktor – egal.
Hier arbeiten wir also aktuell hauptsächlich daran eine Orientierung zum Menschen herzustellen und ihn
beim Spaziergang aus der Verantwortung zu nehmen und gleichzeitig an seiner Frustrationstoleranz zu
arbeiten, damit er lernen kann mit den ganzen Reizen die er so lange nicht hatte „vernünftiger“ umgehen
zu können und sich selbst zu regulieren, wobei er aktuell noch Hilfe braucht.
Gleichzeitig benötigt er Grenzen die ihn in einen kleineren Handlungsbreich setzen und vorallem sein
Handeln nicht nötig machen welches ihm seine fehlende Erfahrung, Frustrationstoleranz und auch seine
Genetik vorgeben.
Was braucht Börek nun um sich weiter entwickeln zu können?
Börek braucht ein Zuhause mit Menschen die Bock haben mit einem erwachsenen Teenager auf Abwegen
zu arbeiten und ihn wieder in die richtige Bahn zu wuppen.
Einen Teenie der einem auch mal aus Frust eine rein haut, weil er auch nicht weiß wohin mit seiner Wut

jetzt. Der ihm dennoch in solchen Situationen ohne emotionalität die Hand reichen kann und ihm durch
klare Grenzen und viel Geduld die Möglichkeit gibt Frust aushalten zu lernen und zu verstehen, dass die
alten Taktiken nicht mehr funktionieren.
Börek könnte auch zu anderen Hunden vermittelt werden hat jedoch auch hier nen kleinen Hang zum
Arschloch sein, es macht also Sinn wenn es ein Hund ist der ihm Stand hält und sich weder verprügeln
lässt noch sich selbst darin verlieren würde wenn es in eine Auseinandersetzung geht.
Da gilt es durchaus auch als Mensch zu unterstützen, wenn Börek seine Hose mal wieder etwas zu tief
trägt :D
Im Haus macht es Sinn, ihm auch da Grenzen zu setzen damit er nicht in alte Muster fällt und im Freiflug
die nächste scheiße fabriziert :D
Wer hat Lust auf einen kleinen frustrierten, erwachsenen Teenager mit Schlägerattitüde der aber hinter der
Fassade eigentlich doch ein kleines Mutttersöhnchen mit Frustproblem ist.
Börek kuschelt gerne, mag es Rassetypisch gerne weich und bequem, könnte auch zu selbstbewussten
Katzen ziehen und will seinen Menschen eigentlich gefallen aber seine Fassade steht ihm manchmal im
Weg.
Von einem Rohdiamanten sprechen wir hier ehrlicherweise nicht. Er ist halt eher ein bisschen
geschmacklose Schlotze im Teigmantel :D

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