Erlebnisse mit den Höllenhunden

Story No.1 - Der Alltag mit einem Hellhound als Pensionsgast

Wie stellen Sie sich einen normalen Tag in der Hellhound Foundation vor, wenn ein Dobermann zu Gast ist, von dem der Halter eine Pause benötigt?  Zweimal täglich Gassi, einmal Nassfutterdose auf und ein paar Streicheleinheiten? Schön wärs!

Der Alltag mit der Familie, den eigenen Hunden, den Hellhounds, den Haushaltspflichten und dem Privatleben (äh ok, vergessen wir den letzten Punkt) bringt eigentlich genug zutun hervor, Tag ein Tag aus. Wenn dann noch ein mangelhaft oder sagen wir direkt gar nicht erzogener Dobermann einzieht, der absolut neugierig und dabei so dermaßen tollpatschig ist, hat man doppelt so viel zutun. Wir schildern Ihnen hier einmal wie so etwas aussehen kann ;-)

Der Hahn kräht, die Sonne lacht, eigentlich kann der Morgen nur Gutes bringen. Augen auf, Körper aufrecht: der Blick geht nicht auf einen friedlich schlafenden Dobermann, sondern auf die offen stehende Schlafzimmertür (mit der extra senkrecht eingesetzten Türklinke). Er hat es trotzdem wieder geschafft - vier Türen und eine Treppe hat Herr Dobermann überwunden, um seiner Blase im Garten Erleichterung zu verschaffen. Sie denken es sei dringend gewesen?  Oh nein, denn dieses Szenario hat sich vergangene Nacht schon zweimal so abgespielt. Wie ein Periskop lukt dieser Hund nachts auf, scannt das gesamte Schlafzimmer bei so gut wie jedem Geräusch und geht jedem Anflug von Bedürfnis sofort und ungehemmt nach.

Zu Beginn seines Aufenthaltes war Markieren seine Lieblingsbeschäftigung. Man ist es also gewohnt seinen Urin entfernen zu müssen von allem was in einem Haus herumsteht. Diese Marotte ist zum Glück passé. Nun ist seine Lieblingsbeschäftigung Essenssuche. Wenn man also nicht gerade im Halbschlaf gekleidet mit Shirt und Schlüppi im Garten steht, um den Herrn wieder einzusammeln, dann muss man auf jegliches Essen im Haus Obacht geben. Dieser Giraffenhals, der sich von den Giraffenbeinen stützend nach allem umschaut, was es an Nahrung gibt, ist der festen Überzeugung es wäre alles für ihn bestimmt. Mal eben den Rücken zudrehen, wenn Essen auf dem Herd oder sonst wo steht, ist nicht möglich.

Sie denken nun an eine Hundebox, um sich Ruhe zu verschaffen?  Dödö, Zonk & Fail - Herr Dobermann hat zu Hundeboxen ein klares Veto eingelegt. Entweder er bellt und junkert permanent darin, statt zu ruhen oder er zerstört sie. Selbst ein Platzverweis wird von ihm nur für zwei bis zehn Minuten befolgt. Fast schon katzenhaft schleicht diese Langnase von seiner Decke, nur um dann im Raum auf und ab zu laufen. Dies ist seine zweite Lieblingsbeschäftigung. Sitzt man konzentriert am Tisch, um eine Interessentenanfrage am Telefon entgegenzunehmen, werden die eigenen Arme plötzlich von einer feuchten Schnauze hoch gestoßen und man bekommt das kühle Nass direkt ins Gesicht gedrückt. Es kam ihm nämlich in den Sinn, dass man ihn ja innerhalb von drei Minuten vergessen haben könnte. Danach tappt er wieder los, Furchen in den Boden laufen. Befindet sich eine zweite Person im Raum, dann wird diese natürlich nicht verschont. Die Birne sucht sich stets seinen Weg.

Was tun mit einem Hund, der keine Ruhe findet, den man nirgendwo allein lassen kann, weil er Türen öffnet oder diese beschädigt, der sich heiser bellt und einen unglaublichen Folgedrang verspürt?  Richtig, man schleppt ihn überall mit hin, wenn man sich nicht gerade im Training mit ihm befindet. Das heißt dieser Dobermann fährt zu allen Terminen mit und sabbert dabei auch alles und jeden voll. Außerdem läuft er jedem vor die Füße, steht im Weg rum oder dreht mitten im gehen um, weil seine Nase seinem Hirn meldet, dass er anderswo dringend gebraucht wird. Völlig unsortiert und unkoordiniert trabt dieser muntere Hund durch den Alltag, indem er das tut was er für richtig hält. Das wäre mit dem passenden Training zum passenden Zeitpunkt auch weniger problematisch, nur sind hier ja noch 29 andere Hunde, die ihren Willen durchsetzen wollen! Da wünscht man sich manchmal noch zwei zusätzliche Arme und vieles mehr :-)

Selbst beim Geschäfte verrichten macht dieser Hund keine Ausnahme. Er tritt einfach während des Lösens rückwärts in seine eigenen Häufchen rein. Macht nüscht - man hat ja genügend Zeit zum Wäsche waschen und trocknen.. *nicht*! Handtuch Nr. 10 kommt an die Reihe, um seine Pfoten abzuwischen und man freut sich schon auf die nächste gemeinsame Nacht..!

Wir können nun verstehen warum der Halter eine Pause brauchte ;-)