Dobermann in Not

Kahn (5 Jahre alt), unser Sorgenkind seit geraumer Zeit, sucht dringend eine Pflege- oder Endstelle!!!

06. April 2016

Er hat in den letzten Monaten oft die Tierklinik von innen gesehen und benötigt eine 24-Stunden-Betreuung, da er gesundheitlich und nervlich sehr angeschlagen ist! Z.Zt. erholt er sich noch in der Klinik von einer Magendrehung, die er noch vor der Fütterungszeit erlitt und obwohl der Magen fixiert worden ist, als er ein Junghund war. In den letzten zwei Monaten hat Kahn trotz üppiger Futterschüsseln und Snacks nicht mehr zugenommen, im Gegenteil..! Nun lassen wir ihn wieder tierärztlich auf den Kopf stellen, um herauszufinden was diesem kaputtgezüchteten Dobermannrüden noch fehlt. Wir hoffen auf baldige Besserung, denn wir fiebern täglich mit ihm und machen uns Sorgen. Leider auch um die Kosten, denn die Preise solcher Operationen und Aufenthalte, können nicht im Mindesten von unseren Einnahmen gedeckt werden. Drückt für Kahn die Daumen, dass er bald in ein endgültiges Zuhause ziehen kann (problemlos mit Artgenossen oder/und Kindern), wo er rundum-sorglos leben wird!

10. April 2016

Menschen, die sich für Kahn einsetzen wollen, sollten folgendes wissen: Wie oben erwähnt, wurde ihm bereits als Junghund schon einmal der Magen geöffnet, da er BARF-Futter samt Verpackungsmaterial im ganzen verschlungen hatte (dies geschah noch beim Besitzer). Bei diesem Eingriff wurde der Magen vorsorglich festgenäht, da Kahn einer der Dobermänner ist, welcher auf Grund seiner anatomischen Beschaffenheit mit tiefem und langem Brustkorb, ein höheres Risiko für Magendrehungen trägt. Leider schaute man damals nicht gleich auch ein Stockwerk tiefer, womit unbekannt blieb, dass Kahn Kryptorchide ist, also nur einer seiner Hoden den Weg nach unten fand während der andere in der Bauchhöhle/im Schenkelspalt verweilt. Dies wird nach seiner Rehabilitation von der Magendrehung eine weitere Operation erfordern, da sich ein solch "verborgen" gebliebener Hoden mit fortschreitendem Alter entzünden kann und dann richtig für Probleme sorgt. Außerdem hat Kahn eine Verengung von Luft- und Speiseröhre im Verlauf zum Herzen, was ihn nach großer Anstrengung schnell zum Husten bringt, heiser werden lässt und Anfang diesen Jahres dazu führte, dass ein Stück von einem Schweineohr in seiner Speiseröhre stecken blieb, welches dann wiederrum via Endoskopie entfernt wurde. Dabei kam es zu leichten Verletzungen im Inneren der Speiseröhre, was für Kahn bedeutet, dass er vorerst nur sorgfältig pürrierte Nahrung zu sich nehmen darf. Hinzu kommt, dass auch herausgefunden werden muss, warum er seine aufgenommene Nahrung so schlecht verstoffwechselt, denn auch in der Klinik in der er sich zu diesem Zeitpunkt noch befindet kommt man mit strenger Überwachung und hochkalorischer Astronautennahrung nur spärlich vorran. Vorrangegangen ist der Magendrehung eine Entwurmung und sämtliche Bluttests, um die Organwerte abzuklären - bisher zeigt sich aber ein unauffälliges Bild. Derzeit sind laut Klinik keine weiteren Tests möglich auf Grund der hoch dosierten Medikamente und Mittel die er nach seiner OP benötigt. Wir müssen also 4 bis 6 Wochen warten, ehe es weiter geht.

Die GUTE NACHRICHT ist sein Herz ist gesund UND Kahn ist einer der Hunde, die sich von solch Vorfällen nicht unterkriegen lassen. Natürlich hat man sich während seiner zweiten großen OP die Frage gestellt, ob es sinnvoll ist ihn überhaupt nochmal aufwachen zu lassen, heute würde dies allerdings jeder der ihn kennt mit einem klaren JA beantworten. Bereits am Abend nach seiner OP stand Kahn wieder in seiner Box, wedelte mit dem Schwanz und fragte sich was es wohl zum Abendessen geben würde. Er freundete sich sehr schnell mit den Ärzten und Pflegern an und zerrt diese auch jeden Tag wie gewohnt durch die Klinik bis raus auf seine Pinkelwiese. Zur Infusion muss stets jemand anwesend sein, um zu schauen dass er nicht samt Tropf Chaos verbreitet. Er ist lebensfroh und hat wie immer Hummeln im Arsch.
Leider macht es diese Tatsache auch fast unmöglich ihn nach Hause zu holen und zu kurieren. Kahn ist typisch Dobermann rast- und ruhelos. Er öffnet Türen sehr schnell und gezielt und rennt mit einem Affenzahn los, wenn sich vor ihm eine freie Fläche auftut. Bereits sein Halter hatte seine liebe Last mit ihm, da Kahn bei diesem an der Leine zu Übersprungshandlungen neigte. Das heisst, wenn er einen anderen Hund sah rastete er aus und vermöbelte den nächst besten den er erreichen konnte...meist den Besitzer. Dieses Verhalten zeigt er hier dank Training und Integration in die Gruppe nicht mehr und auch sonst kommt er mit den Hellhounds, egal ob Männlein oder Weiblein, gut aus. Doch unbeschwerte Toberei ist vorerst Tabu und somit auch der Kontakt zu Artgenossen, denn Kahn kann nur wild oder eben gar nicht ...und gar nicht bedeutet man muss ihn isolieren. Und hier dürfte nun jedem Dobermannfreund klar werden was das bedeutet. Ein Dobermann in Einzelhaft der zwanghaft ruhig gestellt werden muss damit er nicht erneut auf dem OP-Tisch landet. Stress und Frustration sind hier vorprogrammiert und es ist ein leichtes hier auch dran zu glauben, dass Kahn dadurch wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen wird.

Wir finden es unvorstellbar gruselig, für einen Hund in einem solchen Zustand eine Pflegestelle zu suchen, immerhin kämpfen wir seit knapp einem halben Jahr um sein Leben und versuchen auch seine wilde Vorgeschichte (in der Szene) für ihn juristisch abzusichern und manchmal ist er dabei mehr der eigene Hund als jeder andere, ganz einfach weil er sich mit seiner dicken Schnute immer wieder überall reindrängt. Aber in Kahns Fall sehen wir Grenzen was unsere Fähigkeit angeht solch einen Hund in einer Einrichtung wie der unseren zu rehabilitieren. Wir wissen, dass es irgendwo einen Menschen gibt, der ein ruhigeres Leben führt und sich der Aufgabe mit diesem unruhigen aber liebenswerten Dobermann stellen kann und genau diesen gilt es zu finden!

15. Juli 2016

Kahn geht es bisher ohne weitere Vorkommnisse, bisauf vereinzelte Tage, wo er sein Fressen nicht drin behält, ganz gut. Dank der Almazyme, die wir für ihn bestellen und ihm täglich in sein von uns pürriertes Spezialessen mischen und dem strikten Schonprogramm, nimmt er auch so langsam zu.