Elsa

Rasse

Pinscher-Boxer-Mischling

Geboren

21.12.2013

Geschlecht

weiblich

Farbe

schwarz-weiß

Größe/Gewicht

ca. 41 cm / 18 kg 

Wesen

verschmust, neugierig, aufgedreht, frech, eifersüchtig, frustgeladen, aktiv

Verhalten gegenüber Kindern

bei fremden Kindern eher zurückhaltend/scheu, Kinder die sie kennt liebt sie

Verhalten ggü. Erwachsenen

bei Fremden scheu, bei Menschen die sie kennt fröhlich, frech & distanzlos

Verhalten ggü. Artgenossen

90% des Tages lieb & verspielt, 10% zickig & kampflustig, sie sortiert wen sie mag & wen nicht

Verhalten ggü. anderen Tieren

sie jagt was sie kriegen kann

Gehorsam/Leinen-führigkeit

muss man mit etwas Einfühlungsvermögen durchsetzen, Hundeschule schadet nicht

Schlechte Erfahrun-gen/Ängste:

Keine. Ihre Scheu ist mehr taktisch als ernst gemeint (lernt man auf der Straße).

Stubenrein

nein

Alleine bleiben

nein

Autofahren

sehr gern

Gesundheit

Wucherung auf dem Kopf (nichts bösartiges) - kennt man von Boxern, ansonsten kerngesund

Abgabegrund

Überforderung

Neues Zuhause

aktive Menschen mit Nerven & Zeit, die mit Elsa trainieren & sie erziehen, Haus mit gut eingezäuntem Garten wo es die Nachbarn nicht stört wenn sie jammert, gern zu einem souveränen größeren Rüden, nicht zu Kindern im Kleinkindalter dazu, denn dafür ist sie zu wild

Bei uns seit

03.2015

Elsa ist der typische Tierschutz-Wanderpokal. Aus dem Ausland her geholt und gut vermittelt geglaubt wurde sie mit knapp einem Jahr wieder an den Verein zurückgegeben. Man fühlte sich überfordert und die Nachbarn meinten: "Da is'n Kampfhund drin!".

Innerhalb von zwei Wochen ging es von Pflegestelle zu Pflegestelle, bis Elsa die Hutschnur platzte und begann Zähne zu zeigen. Ich fand sie in einem Zimmer im zweiten Stock eines Hauses vor. Sie war völlig verschüchtert und genervt. Da die Pflegestelle sich fürchtete, fing ich sie ein und nahm sie mit. Einen Kampfhund habe ich in ihr bis heute nicht gefunden, aber dafür ein paar sehr markante Wesenszüge von einem Boxer.

Elsa verhält sich im Grunde wie ein Kleinkind und läuft ohne konsequente und klare Führung völlig aus dem Ruder (Boxergen 1: Ohne Mama geht nichts!). Lässt man sie alleine, macht sie alles (und damit meine ich wirklich alles) kaputt was in ihren Fang passt und quetscht noch den letzten Tropfen Urin aus ihrer Blase, um zu demonstrieren wie sehr ihr das zurückgelassen werden stinkt (Boxergen 2: Frustration können andere aushalten!). Sie empfindet keine Angst sondern die blanke Wut. Dies wird auch deutlich, wenn sie nicht an erster Stelle steht oder Hunde sich entgegengesetzt ihrer Vorstellung verhalten. Elsa schießt dann wie von der Tarantel gebissen auf den armen Tropf los und tackert sich einmal rund - dabei spielt die Größe des Gegners keine Rolle (Boxergen 3: Nach mir die Sintflut!).

Natürlich kann sie sowas auch lassen. Jamie, unser Haus- und Hofnarr, ist ihre große Liebe. Von ihm steckt sie auch so manchen bitteren Korb weg wie nichts. Jamie darf ihr sogar ihr Futter klauen. D.h. wenn Elsa als Zweithund gehalten werden soll ist es ratsam, dass dieser Hund auch beim Kennenlernen dabei ist. Zeigt sich Elsa dann entzückt ist viel gewonnen, zeigt sie ihre Ziegenhörner kann man es getrost vergessen, denn Elsa ändert ihre Meinung nicht. Ich dachte bis dato so etwas gibt es nicht. Seit ich Elsa kenne, weiß ich es allerdings besser.

Ansonsten ist Frau Else eine liebe, anhängliche und mit Kindern verträgliche  Hundedame. Kinder sollten allerdings mindestens zehn Jahre alt sein, sonst rennt sie diese einfach um. Sie kann auch ohne Leine laufen, zischt aber erstmal 400 Meter geradeaus, wenn sie den Karabiner ausklinken hört. Sie ist jedoch noch nie weggelaufen. Etwas mehr Ruhe und eine leichte Hemmung ihres Temperaments würden ihr nicht schaden. Der Besuch einer Hundeschule und eine Kastration wären ratsam. Denn Elsa reagiert während ihrer Läufigkeit noch zickiger und aggressiver auf Fehlverhalten ihrer Artgenossen. Ghost kann davon ein Lied singen. Er hat sie aus Versehen mal angerempelt und hinkte dann einige Tage, weil Elsa ihn wie eine Furie angriff.

Elsa ist noch so jung. Wer traut sich ihr die Welt zu zeigen und sie verstehen zu lernen?

Für Menschen, die Elsa ein richtiges Zuhause geben wollen, ist zweierlei wichtig:

  1. Erziehung von pubertären, renitenten Ex-Straßenhunden sollte ihnen gelegen sein. Auch wenn dies hin und wieder heißt für Elsa der Buhmann zu sein, weil man Sachen durchsetzt und ihr nichts unerwünschtes durchgehen lässt oder nachsieht (Kniffe und Tricks à la Streetworker; hart aber fair).
  2. Der Einrichtung und Umwelt zu Liebe sollten sie mit dem Gebrauch einer Kennelbox sowie eines Maulkorbes einverstanden und zufrieden sein.

Elsa braucht Bewegung und sucht eine ländlichere Region mit gut eingezäuntem Garten und sportlichen Menschen, die genauso bewegungsfreudig und robust sind wie sie selbst.