Biest                       

Rasse

Altdeutscher Hütehund-Mischling

Geboren

06.06.2010

Geschlecht

männlich  (kastriert)

Farbe

rot-schwarz

Größe/Gewicht

ca. 45 cm /  23 kg 

Wesen

aufmerksam, gelehrig, Hang zum Nervösen, im Haus eher unauffällig, sehr selbstständig denkend, etwas distanziert gegenüber Menschen

Verhalten gegenüber Kindern

ruhig, aufgrund der Vorgeschichte wird er nicht zu Kindern vermittelt

Verhalten ggü. Erwachsenen

zum Besitzer freundlich, bei Fremden distanziert bis aggressiv

Verhalten ggü. Artgenossen

Hündinnen sehr gut, Rüden dürfen ihn nicht provozieren

Verhalten ggü. anderen Tieren

noch nicht getestet

Gehorsam/Leinenführigkeit

beides sehr gut

Schlechte Erfahrungen/Ängste:

aggressives Verhalten von Artgenossen & Menschen, hier neigt er dazu wild um sich zu beißen

Stubenrein

ja, 6-8 Stunden

Alleine bleiben

problemlos

Autofahren

problemlos

Gesundheit

keine Probleme bekannt

Abgabegrund

Beißvorfälle in Streßsituationen

Neues Zuhause

ruhig, souverän im Umgang, sicher eingezäunter Garten, erfahrene Menschen, keine Kinder, klare Regeln, keine Hemmungen beim Verwenden eines Maulkorbes

Bei uns seit

09.2015

Biest kam aus einem Tierheim zu uns, da man dort wenig Chancen auf Vermittlung sah und auch etwas unsicher im Umgang mit ihm war. Denn Biest ist ein sehr impulsiver, durchsetzungsfähiger und intelligenter Hund. Würde er eine Funktion in einer Firma besetzen so wäre er Systemmanager. Er kennt Hunde und deren Wesen, kennt alle Abläufe in der Gruppe und die des Alltags (man muss z.B. nur daran denken, dass man gleich mit dem Auto irgendwohin muss und Biest sitzt davor). Biest arbeitet, wenn er alleine zwischen den Hunden ist, als Polizist. Er sorgt für Recht & Ordnung und scheut dabei auch keinen Konflikt. Klingt erst mal nach einer herausragenden Leistung, doch wenn man näher hinschaut erkennt man, dass es viel zu viel ist, was sich dieser Hund da aufhalst.

Er ist ein Hund der klare Grenzen zieht und eine ganz eigene Definition vom Leben hat und wie dieses laufen muss. Es gab wohl Menschen, welche in der Vergangenheit bei begrenzendem Verhalten seinerseits recht hart intervenierten. Wirklich Erfolg landete das Ganze aber nicht, denn Biest setzte dann noch krasser durch was er für richtig hielt. Er reagierte ziemlich massiv, um seine Strukturen durchzusetzen. Sehr zum Leidwesen der letzten Besitzerin, da sie seine letzte Machtdemonstration mit einem Krankenhausaufenthalt bezahlte. 

Biest ist überreizt und nervös. Ein ziemliches Problem stellt seine Aggression an der Leine dar. Kommen ihm fremde Hunde entgegen und er kann nicht hin, um diese abzuchecken, wird er unruhig. Reagiert sein Gegenüber dann aggressiv und man hält ihn zurück, springt Biest um und beißt nach der Person, die ihn an der Leine führt. Wir haben uns mittlerweile voran gearbeitet, sodass Biest steif und knurrend vorbeilatscht, wenn er angegiftet wird, anstatt mich zu attackieren.

Im Gehege hatte ich zwei Mal die Situation, dass Hunde wegen kleineren Geschichten aneinander gerieten und Biest regelte diesen Streit recht souverän. Er war danach aber sehr leicht reizbar und nervös - dieser Zustand hielt bei ihm einige Stunden an. Als ich in einen Streit eingreifen musste packte er mir von hinten in meinen Arm. Die Situation lief recht glimpflich ab, weil ich keine Gegenwehr startete, denn darauf schien er schon zu warten. 

Biest war in der Vergangenheit auf dem Weg "die Weltherrschaft an sich zu reißen" und wusste um einen wichtigen Punkt: Menschen die man beißt, gehen auf Distanz und geben Handlungsspielraum für das Durchsetzen eigener Ideen. Hier lebt er in der großen Hundegruppe und ist nur noch einer von vielen. Die Hunde in dieser Gruppe wissen wer sie sind und was sie können und haben auf Biest seine Machtdemonstrationen die passende Antwort. Für Biest heißt es jetzt auch mal einstecken lernen. Und auch in Bezug auf mich lernt er wie blöd es sein kann, wenn seine Pläne eine gegenteilige Antwort erhalten. Er soll alternativ lernen sich einfach von Streitigkeiten, die ihn nicht betreffen, fernzuhalten und Menschen, die ihn stressen, aus dem Weg zu gehen. Erste Verbesserungen sind spürbar. Biest ist schon etwas ruhiger und schafft es im Gehege auch mal in der Sonne zu liegen trotz der Kommunikation unter den Hunden um ihn herum. Es heißt nicht mehr „Biest gegen den Rest der Welt“ sondern Hund in einer Gemeinschaft werden und frei sein von selbst gebastelten Arbeitsaufträgen.

In der Zukunft, nach weiteren Trainingseinheiten

Ich sehe gute Chancen, dass Biest noch vieles lernt und schlechtes Verhalten ablegt, da er sich bereits positiv verändert hat. Somit hoffe ich auf Menschen, die ihn auch im neuen Zuhause weiterhin mit dem nötigen Input versorgen sich positiv zu verhalten.

Er braucht erfahrene und stabile Menschen, die sich mit dem Wesen eines selbständigen Hundes auskennen und keine Probleme damit haben sich in der Öffentlichkeit mit einem Hund zu zeigen, der einen Maulkorb trägt. Denn sicherlich kann man seinen Hund mit der Zeit gut lesen und Probleme erkennen, aber ob die Menschen die einem begegnen dies auch können, kann keiner voraussehen und ich möchte nicht, dass Biest jemals wieder jemanden verletzt.